Heliographien nach Joseph Nicéphore Niépce

Heliographien – Verfahren

HELIOGRAPHIE, WORK

Heliographie (Heliografie) – Verfahren

Heliographie ist das von Joseph Nicéphore Niépce entwickelte Verfahren, das als erstes in der Geschichte der Fotografie dauerhafte Bilder erzeugen konnte.

Joseph Nicéphore Niépce – * 7. März 1765 in Chalon-sur-Saône, Frankreich; † 5. Juli 1833 in Saint-Loup-de-Varennes.
Für seine ersten Versuche positionierte Niépce auf der Rückseite einer Camera Obscura Papier. Diese wurden mit Silbersalzen beschichtet. Damals war schon bekannt, dass sich Silbersalze (Silberchlorid) durch Lichteinwirkung verändern. Im Mai 1816 produzierte er die erste Fotografie der Natur: ein Blick aus dem Fenster. Es war ein Bild im Negativ und nicht haltbar. Nach dem Öffnen der Kamera setzte sich der Belichtungsprozess fort und das Bild schwärzte nach bis es ganz verschwand. Niépce nannte dieses Verfahren „Retina“. Auf diesem Verfahren basiert auch die Aufnahmetechnik aus dem Projekt: THE 7th DAY.
Im März 1817, konzentrierte Niépce seine Aufmerksamkeit auf das Guajakharz. Dieses gelbe Harz verändert seine Farbe bei Sonnenlicht und ist auch nicht in Alkohol löslich. Nun konnte Niépce dauerhafte Fotografien erstellen. Ein Problem der damaligen Glaslinsen, welche für die Camera Obscura verwendet wurden, war jedoch, dass sie UV-Licht filterten. Dieser Teil des Lichtspektrums ist jedoch essenziell, um die Eigenschaften des Guajakharzes zu verändern. Kontaktkopien im direkten Sonnenlicht waren machbar, aber keine Fotografien mit einer Camera Obscura.
Enttäuscht wendete Niépce sich anderen Substanzen zu. Besondere Aufmerksamkeit bekam eiin Naturasphalt, auch bekannt als „Bitume de Judée“. In Frankreich wurde das zähe, schwarzbraune Mineral in der Mine du Parc gewonnen. Das fein gepulverter Naturasphalt wird in Lavendelöl aufgelöst und auf einer Metallplatte, einem Stein, oder einer Glasplatte aufgetragen. Nach dem Trocknen kann das beschichtete Material belichtet werden. Bei Sonnenlicht beträgt die Belichtungszeit für Kontaktabzüge mehrere Stunden. In einer Camera Obscura dauert die Belichtung mehrere Tage. Je nach Lichtmenge härtet der Asphalt unterschiedlich stark aus. Nach dem Belichten werden die weich gebliebenen Stellen (an die weniger Licht gelangte) mit einem Gemisch aus Lavendelöl und Weißöl ausgewaschen. In seinen “Notice sur l’Héliographie” beschreibt Niépce das Verfahren ausführlich.

Heliographien nach Joseph Nicéphore Niépce

Blick aus dem Arbeitszimmer von Le Gras (französisch La cour du domaine du Gras) ist die erste erfolgreich aufgenommene und erhaltene Fotografie der Welt. Sie wurde 1826 von Joseph Nicéphore Nièpce im französischen Saint-Loup-de-Varennes hergestellt. Das Foto zeigt den Blick aus dem Arbeitszimmer von Nièpces Gutshof Le Gras.

Heliographien nach Joseph Nicéphore Niépce

Heliographien nach Joseph Nicéphore Niépce. Belichten

Entstehung einer Heliographie
Ein Naturasphalt (bitume de Judée) wird in Lavendelöl aufgelöst und auf einer Zinnplatte aufgetragen. Nach dem Trocknen auf einer heißen Eisenplatte kann man die beschichtete Zinnplatte belichten. Die Heliographie kann nur unter Sonnenlicht belichtet werden. Je nach Helligkeit der Sonne und Länge der Belichtung härtet der Asphalt unterschiedlich stark aus. Nach dem Belichten kann man die weich gebliebenen Stellen (an die weniger Licht gelangte) mit einem Gemisch aus Lavendelöl und Terpentin auswaschen.
Durch lange Belichtungszeiten wird der Zufall ein elementarer Teil dieser Technik und macht jede Heliographie zu einem Unikat, welche nicht reproduzierbar ist.

Heliographien nach Joseph Nicéphore Niépce

Heliographie nach Niépce, Unikat, Wald I, II, III , Metallplatte, Lavendelöl, Bitume de Judée

Heliographie nach Niépce, Unikat, Wald I, II, III , Metallplatte, Lavendelöl, Bitume de Judée

Heliographien nach Joseph Nicéphore Niépce

Heliographien nach Joseph Nicéphore Niépce